Vdip2 – Lokalisierung von Störungen im Hochspannungsbereich
Produkte und Lösungen für Monitoring und Steuerung in der Energiewirtschaft
System Vdip2
Wozu dient es?
- Sofortige Lokalisierung von Störungen in kompensierten Mittelspannungsnetzen (MS)
- Nutzung von Störschrieben der Abgangsschutzgeräte in der Primärstation sowie Messungen auf der Niederspannungsseite (NS) der Verteiltransformatoren im Netz (mögliche Weiterverwendung bereits installierter Hardware oder gemeinsame Nutzung neu beschaffter Hardware für mehrere Zwecke)
- Hauptvorteil ist die direkte Lokalisierung von Erdschlüssen
- Bestimmt auch Ort und Art von Kurzschlüssen
- Zeigt den Ort der Störung direkt in Karten an oder übergibt GPS-Koordinaten an SCADA/DMS-Systeme
Wie funktioniert das System?
- Der Abgangsschutz in der MS-Station erkennt die Störung und sendet Signal sowie Störschrieb
- Die Zentrale des Systems Vdip fordert von den verteilten Messeinheiten (DMU), die in ausgewählten Trafostationen installiert sind, die Spannungsverläufe zum Zeitpunkt der Störung an
- Alle Aufzeichnungen werden in der Vdip-Zentrale verarbeitet, und der Lokalisierungsalgorithmus identifiziert den wahrscheinlichsten Netzknoten sowie die Entfernung, in der sich die Störung von diesem Punkt aus befindet
- Mithilfe von Daten aus dem GIS-System wird die Position der Störung auf der MS-Leitung direkt in Kartenkoordinaten umgerechnet
Was wird benötigt?
- Abgangsschutz (für jeden MS-Abgang der Primärstation) mit Möglichkeit zur Störschriebaufzeichnung und Kommunikationsverbindung zur Vdip-Zentrale
- DMU mindestens an ausgewählten Trafostationen im Teil des Netzes, der zum jeweiligen MS-Abgang gehört — Datenquelle für Vdip kann jedes Messgerät sein, das in der Lage ist, Momentanwerte der Spannung auf der NS-Seite des Verteiltransformators zu sampeln, diese in einem Ringspeicher zu speichern und auf Anforderung an die Zentrale zu senden — in der Praxis handelt es sich dabei meist um ein Netzqualitätsmessgerät (LVM, PQM) in Verbindung mit einer Kommunikationseinheit mit Modem für das mobile Datennetz, die gleichzeitig auch ihrem Grundzweck dient (häufig können nach Firmware-Upgrade bereits installierte Geräte weiterverwendet werden)
- Server für die Vdip-Zentrale (Betriebssystem MS Windows, Auslegung je nach Anzahl der betreuten MS-Abgänge)
- Grundlagendaten zur Erstellung des elektrischen Modells des entsprechenden Teils des Verteilnetzes (meist in bestehenden GIS-, SCADA- oder DMS-Systemen verfügbar)
- Lizenz des Systems Vdip für den jeweiligen Anwendungsumfang
Wie hoch sind die ungefähren Kosten?
- Abgangsschutzgeräte und deren Datenanbindung — wird vorausgesetzt, dass diese bereits installiert sind
- Kosten für Firmware-Upgrades von Mess- und Kommunikationseinheiten, die zuvor unabhängig vom Vdip-System installiert wurden, bzw. anteilige Kosten für neu installierte PQM/DMU bei gemeinsamer Nutzung der Hardware für mehrere Zwecke
- Server-Hardware für die Vdip-Zentrale (auch als virtuelle Maschine auf bestehender Infrastruktur möglich), Betriebssystem MS Windows Server, Datenbank standardmäßig PostgreSQL (kostenlos), alternativ MS SQL
- Die Vdip-Lizenz für kleine Installationen mit wenigen MS-Abgängen (und zugehörigen Netzabschnitten mit Längen im Bereich von mehreren zehn Kilometern) beginnt bei etwa 350.000 CZK pro Abgang und kann bei größerem Einsatzumfang (tausende Abgänge bei einem Kunden, Kombination mit weiteren ELVAC-Produkten) auf etwa 50.000 CZK pro Abgang sinken
- Kosten für Implementierungsarbeiten
Welchen Nutzen bringt das?
- Deutliche Verkürzung der Zeit zur Lokalisierung des Störungsortes auf MS-Leitungen
- Möglichkeit, nur den betroffenen Netzabschnitt schnell abzuschalten und die Versorgung im restlichen Netz wiederherzustellen
- Reduzierung der Kosten für die physische Suche nach dem Störungsort
- Verringerung der Anzahl von Schalthandlungen und Wiedereinschaltungen von MS-Abgängen in Störungszustände, was die Lebensdauer der Betriebsmittel verlängert
- Reduzierung der nicht gelieferten elektrischen Energie
- Begrenzung der Auswirkungen auf die Kennzahlen SAIDI und SAIFI
- Statistische Daten über häufige Störungsstellen als Grundlage für effiziente Investitionen in die Instandhaltung
- Effiziente Nutzung installierter Geräte für zusätzliche Zwecke, wodurch ein Fehlerortungssystem zu wirtschaftlich günstigen Bedingungen realisiert werden kann
Ausführlichere Informationen finden Sie in den folgenden Dokumenten:
Präsentation der Webschnittstelle des Vdip2-Systems
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